Handballbezirk Freiburg/Oberrhein
10.05.2016,22:51

 

Hauptversammung Schiedsrichter Bezirk III

 

 Nach dem Ende der Saison, noch vor der Qualifikations- und Sommerrunde, ist es für die Schiedsrichtervereinigung Freiburg/Oberrhein um ihren Schiedsrichterwart Roland Brodbeck (TV Bötzingen) Zeit Bilanz zu ziehen. Vor allem die Einteilung, Verlegung von Spielen und Umbesetzungen von Schiedsrichtern, was im Aufgabenbereich von Ralf Blum (Alemannia Zähringen) liegt, machten ein Gros der Aufgaben aus sowie die Lehrarbeit, die Achim Dumkow (SFE Freiburg) als Lehrwart verantwortet. Im Jahr der Wahlen bei der Schiedsrichtervereinigung stand eine große Veränderung an. Schiedsrichtereinteiler Ralf Blum (Alemannia Zähringen) gab seinen Posten nach zwölf Jahren auf. Ferner galt es ein Schiedsrichter-Urgestein zu verabschieden, Horst Brändle (ESV Freiburg) hängt seine Pfeife nach 53 Jahren Spielleitung sowie Beobachtertätigkeit endgültig an den Nagel.

„Ohne Schiedsrichter gibt es kein Handballspiel. Herzlichen Dank für Euer Engagement“, sagte Manfred Bickel, Bezirksvorsitzender des Handball-Bezirks Freiburg/Oberrhein. Da galt es vielen Schiedsrichtern zu danken: „Zu Beginn der Saison 2015/2016 verfügten wir über 108 Kolleginnen und Kollegen, im Verlauf der Saison haben sich vier Schiedsrichter abgemeldet, fünf Kollegen hatten nach einjähriger Pause wieder angefangen“, so Brodbeck in seinem Rückblick. Insgesamt waren 14 Schiedsrichter-Gespanne überbezirklich (von der 3. Liga bis in die Landesliga), 13 Gespanne auf Bezirksebne, zehn Junggespanne sowie 44 Einzelschiedsrichter im Einsatz. Zudem kamen vier Schiedsrichter auch als Verbandsbeobachter (bis in die 3. Liga) zum Einsatz. „Mit Ablauf dieser Saison endet leider nach 13 Jahren der gemeinsame Spielbetrieb mit der Nordwest-Schweiz Aufgrund neuer Gebietsreformen im schweizerischen Handballverband, ist wohl eine Verlängerung des länderübergreifenden Abkommens  nicht mehr möglich“, so Brodbeck. Achim Dumkow berichtete über die Lehrarbeit, insbesondere über den Schiedsrichternachwuchs. 27 Interessierte durchliefen den Neulingslehrgang, wobei alle die Prüfung am Ende mit Erfolg ablegten, fünf  Prüflinge es sich jedoch anders überlegten und keine Spiele leiteten. Schiedsrichter-Einteiler Ralf Blum berichtete von 1810 Spielen, die mit Schiedsrichtern zu besetzen waren, 105 davon auf Verbandsebene. Weitere 105 Spiele gab es in der Qualifikations- sowie Sommerrunde, die auch einzuteilen waren. Insgesamt 216 Spielverlegungen sorgten für zusätzliche Arbeit. Neuerliche Kritik gab es von Blum für das System Phoenix, das die Arbeit der Schiedsrichtereinteilung vereinfachen solle. Auch im zweiten Jahr funktioniere das Programm nicht richtig, die Einteilung würde herkömmlich gemacht und müsse dann in Phoenix eingetragen werden, was mehr Arbeit, aber nicht weniger Arbeit bedeute, so Ralf Blum.

Bezirksvorsitzender Manfred Bickel konnte von der Versammlung die einstimmige Entlastung des Gremiums entgegennehmen und zu den Wahlen überleiten. Schiedsrichterwart für weitere drei Jahre bleibt mit einstimmigem Votum Roland Brodbeck. Bis auf Roland Brodbecks Stellvertreter, Achim Dumkow, galt es alle Vorstandsmitglieder neu zu wählen. Die Nachfolge von Ralf Blum zu regeln gelang dem Schiedsrichterwart, allerdings werden sich Edgar Blank (Alemannia Zähringen) und Sascha Grins (TuS Oberhausen) die Aufgabe Teilen und zudem von Stefan und Werner Heß (SFE Freiburg bzw. HC Emmendingen) unterstützt, wobei Christian Kunath (Rot-Weiß Lörrach) seine Aufgabe als Bereichseinteiler Süd, was dem Bereich des früheren Bezirks Oberrhein entspricht, auch weiterhin übernimmt. Achim Dumkow wurde als Lehrwart wiedergewählt. Das Beobachtungswesen im Bezirk führt künftig Stephanie Ganter (HG Müllheim/Neuenburg). Schriftführer bleibt Edgar Blank, die Kasse führte seit einem Jahr kommissarisch Peter Reiche (ESV Weil), der nun gewählt wurde.

Zum Ende der Hauptversammlung galt es für Manfred Bickel Ehrungen vorzunehmen. Christian Schlüter (TV Neuenburg), Christian Gebele (TB Kenzingen) und Maximilian Wachter (Alemannia Zähringen) bekamen die Bezirksehrennadel für ihre mehrjährige Tätigkeit als Schiedsrichter. Stefan Heß (SFE Freiburg), Ralf Blum (Alemannia Zähringen), Thorsten Meike (SG Waldkirch/Denzlingen) und Armin Frei (TuS Ringsheim) bekamen für ihre lange Tätigkeit als Schiedsrichter die Bezirksehrennadel in Silber. Edgar Blank (Alemannia Zähringen) und Daniel Hengst (TV Bötzingen) bekamen für ihre langjährige Tätigkeit als Schiedsrichter die Bezirksehrennadel in Gold.

Keine einfache Verabschiedung für Schiedsrichterwart Roland Brodbeck war die des Schiedsrichtereinteilers Ralf Blum. Dieser hatte im Jahr 2000 seinen Schiedsrichterschein gemacht und als Einzelschiedsrichter sowie mit seinen Gespannpartnern Spiele der Bezirkslasse und der Frauen-Landesliga geleitet. Seit dem Jahr 2004 übernahm er die Funktion des Schiedsrichtereinteilers, zuerst im Bezirk Freiburg und im Anschluss im neu formierten Bezirk Freiburg/Oberrhein. „Es ist eine Schlüsselposition für den Spielbetrieb im Schiedsrichterwesen, für mich mit die wichtigste Funktion überhaupt“, so Roland Brodbeck. Rund 2000 Spiele galt es jede Saison einzuteilen, dazu etwa 200 Spielverlegungen zu bearbeiten und weitere Umbesetzungen von Schiedsrichtern vorzunehmen, so Brodbeck, der insbesondere auch die Einführung des Spielberichts-Online (SBO) und des Programms Phoenix als zusätzlich schwierige Aufgabe lobend anerkannte. Blum galt nicht nur der Dank Brodbecks, sondern aller seiner Schiedsrichterkollegen.

Einen besonders würdevollen Abschied, am Ende mit stehenden Ovationen, gab es für den 75-jährigen Horst Brändle (ESV Freiburg). Roland Brodbeck blickte zurück auf dessen 53-jährige Zeit als Schiedsrichter und Schiedsrichterbeobachter. Brändle begann 1955 mit dem Handballspielen und bereits 1963 mit seiner Karriere als Schiedsrichter. Mit seinem ersten Gespannpartner Horst Müller leitete er von 1965 an Spiele bis zur Regionalliga. Eine Knieverletzung bedeutete 1991 das vorläufige Aus als Schiedsrichter, wobei dafür zehn Jahre lang, bis 2001, als Schiedsrichterbeobachter seine Erfahrung weitergab. Zusammen mit Hans-Peter Huber leitete Horst Brändle dann wieder Handballspiele bis zur Landesliga. Im Jahr 2013 wurde dem Schiedsrichter-Urgestein die Goldene Ehrennadel des Südbadischen Handballverbandes verliehen. Brodbeck fügte noch an, dass Brändle zudem acht Jahre Kassierer der Schiedsrichtervereinigung war und darüber hinaus den Handball immer unterstützte, beispielsweise während 28 Jahren als Leiter der Handballabteilung beim ESV Freiburg.   



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